Allgemein
Als Teil des nationalen Programms werden Bund und das Land Baden-Württemberg in den nächsten 10 Jahren jeweils rund 1,3 Milliarden Euro investieren, um Bildungsgerechtigkeit zu stärken.
In BW profitieren etwa 540 Schulen direkt von der Förderung, darunter viele mit hohem Migrationsanteil oder hoher Armutsquote. Die Auswahl erfolgt nach einem wissenschaftlich fundierten Sozialindex.
Das Programm basiert auf drei Säulen: Investitionen in die Infrastruktur, ein Chancenbudget für Schulentwicklung und ein Personalbudget zur Stärkung multiprofessioneller Teams. Ziel ist es, die Zahl der Schüler*innen, die Mindeststandards in Deutsch und Mathematik verfehlen, zu halbieren.
Startchancen-Schulen erhalten zusätzliche Ressourcen für gezielte Förderung, Elternarbeit und Teamarbeit. Das Programm wird wissenschaftlich begleitet und soll langfristig die Leistungsfähigkeit des Bildungssystems verbessern.
Spezifische Inhalte
Die Integration bestehender Programme ins Startchancenprogramm (SCP) in Baden-Württemberg ist nicht nur eine strategische Maßnahme, sondern auch eine organisatorische Herausforderung.
Die Programme Starke Basis, BiSS-Transfer, QuaMath, Quop und SprachFit sind bereits etablierte Fördermaßnahmen in BW und sollen im Rahmen des SCP:
pädagogisch eingebunden werden (z. B. durch abgestimmte Förderkonzepte, gemeinsame Zielsetzungen)
technisch integriert werden (z. B. durch Plattformen, Diagnosetools, Fortbildungsformate)
Diese Programme decken unterschiedliche Kompetenzbereiche ab:
Programm | Schwerpunkt |
---|---|
Starke Basis | Basiskompetenzen in Deutsch & Mathe |
BiSS-Transfer | Sprachbildung & Leseförderung |
QuaMath | Qualitätsentwicklung im Mathematikunterricht |
Quop | Digitale Lernverlaufsdiagnostik |
SprachFit | Frühkindliche & schulische Sprachförderung |
Die Schulen stehen vor der Aufgabe, diese Programme kohärent und nachhaltig in ihre SCP-Strategie zu integrieren – und das bei:
begrenzten personellen Ressourcen
komplexen Abstimmungsprozessen
unterschiedlichen Ausgangslagen
Erfahrungen 07/2025
Den 540 SCP-Schulen in Baden-Württemberg stehen im Rahmen des Startchancen-Programms über einen Zeitraum von zehn Jahren insgesamt 2,6 Milliarden Euro zur Verfügung. Das entspricht durchschnittlich rund 481.000 Euro pro Schule und Jahr. Die Mittel verteilen sich auf drei Säulen:
Säule I (40 %) dient der Verbesserung der schulischen Infrastruktur,
Säule II (30 %) stellt ein Chancenbudget für Schul- und Unterrichtsentwicklung bereit, und
Säule III (ebenfalls 30 %) finanziert multiprofessionelle Teams zur Unterstützung der Schüler:innen.
Für die Umsetzung der Säule III greift das Land auf das bereits etablierte Verfahren „Lernen mit Rückenwind“ zurück. Dieses Programm wurde ursprünglich zur Bewältigung pandemiebedingter Lernrückstände ins Leben gerufen und ermöglicht den Einsatz zusätzlicher pädagogischer Kräfte wie Lehramtsstudierende, pensionierte Lehrkräfte oder Therapeut:innen.
Die Säule II hingegen erforderte die Etablierung eines neuen Verfahrens, um geeignete Kooperationspartner mit Rahmenverträgen auszustatten. Ziel ist es, passgenaue Maßnahmen zur Schul- und Unterrichtsentwicklung zu ermöglichen. Aufgrund des hohen Anfrageaufkommens kam es hierbei jedoch zu Verzögerungen bei der Prüfung und Zulassung der Partner, die sich bis tief ins Jahr 2025 erstreckten. Sobald ein individueller Antrag bearbeitet und der Partner zugelassen ist, wird dieser zeitnah über das landeseigene Portal „Lehrer Online BW“ sichtbar gemacht. Dieses Portal dient als zentrale Plattform für die Registrierung, Verwaltung und Sichtbarkeit von Kooperationspartnern sowie pädagogischen Assistenzkräften und unterstützt die Schulen bei der Umsetzung ihrer Maßnahmen im Rahmen des SCP.
Hier könnte es in den kommenden Jahren zu massiven Problemen kommen, da auch in Gesprächen mit verschiedenen Landes- und Bundespolitikern diese Thematik eher weniger bekannt war.
Herausforderungen für in Säule I
Aus den Gesprächen mit unterschiedlichen Schulträgern, die während der Beauftragung innerhalb des SCP stattfanden, stellte sich sehr schnell heraus, dass ein überwiegender Teil der Träger finanziell sich derzeit nicht in der Lage sieht, die 40% Förderung aus Säule I adäquat zum Einsatz zu bekommen. Obwohl viele betroffene Schulen einen sichtbaren Sanierungsstau haben, können die betroffenen Kommunen in den seltensten Fällen den Eigenanteil von 30% (knapp 58.000€/Schule/Jahr) aufbringen, um die Anforderungen an die Fördermittel aus Säule I zu erfüllen.